Gigaset GS370plus

Gepostet von: | Gepostet am: Donnerstag, 20. Juni 2019

Wichtiger Hinweis:

Das nun beschriebene Gerät stellt das Spitzenprodukt der Firma Gigaset dar!

Nicht vergessen, bitte…

Liebe/r Leser/in,

es ist an der Zeit, über ein Smartphone zu berichten, welches von der Grundidee her ein hervorragendes Gerät sein könnte, wäre da nicht der Hersteller: Gigaset.

So war ich nach dem LG G5-Flop (Ausfall des gesamten Navigationssatellitenempfangs nach rund einem Jahr Nutzung; dieses Problem scheint wohl schon Vorgängergeräte betroffen zu haben, sofern man dem Internet Glauben schenken mag) auf der Suche nach einem neuen Smartphone.

Mein besonderes Interesse galt einem Gerät mit deutschen Wurzeln, welches auch von der Ausstattung her genau dem gewünschten Profil entsprach:

  • 4 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher
  • Steckplatz für eine Speicherkarte bis zu 128 GB,
  • zwei (!) Steckplatze für SIM-Karten, die sogar echten Dual-SIM-Betrieb ermöglichen sollten sowie
  • 4G-fähig

Das Schönste war der Preis, denn er ist und war einfach super.

Also erwarb ich ein Gerät, welches zu einem Zeitpunkt, an welchem bereits Android 9 veröffentlicht worden war, noch mit Android 7 werkelte. Allerdings ergab eine Internetrecherche, dass Android 8 für das GS370plus in den Startlöchern stehen würde.

Das Gerät wurde mit Android Pure beworben. Üblicherweise heißt „pure“ für mich: Keine Bloatware. Aber so ganz ging es wohl nicht ohne. Na gut, mag Software von Google sein, aber verschmerzbar, solange sie wenig und vor allem deaktivierbar ist.

Nach allen notwendigen (auch sicherheitsrelevanten) Einstellungen funktionierte das Gerät tadellos, und ich freute mich bereits auf das angekündigte 8er-Upgrade.

Tatsächlich kam es dann endlich Mitte Dezember 2018 zum Upgrade von Android 7 auf Android 8.1. Aber ach…!

1.) Das Bluetooth-Problem

Das Upgrade begrüßte mich stante pede mit ständigen Bluetooth-Aussetzern. Ich erwarb deshalb – weil ich zunächst an einen Fehler in der Bluetooth-Kommunikation glaubte (i.e.S. Inkompatibilität verschiedener Bluetooth-Versionen) – weitere Earphones anderer Hersteller bzw. andere Modelle gleicher Hersteller, insgesamt hatte ich zuletzt vier Earphones (wovon eines inzwischen den Weg alles Irdischen gegangen ist).

Nachdem ich jedoch weiterhin solche Bluetooth-Probleme hatte, beobachtete ich die Kopplung mit meinem PKW ein wenig genauer, und siehe da: Das Problem setzte sich fort. Die Earphones übrigens koppelte ich ferner mit meinem relativ alten ISDN-Telefon, und alle Earphones arbeiteten ohne Verbindungsabbrüche einwandfrei.

Worin genau bestehen nun die GS370plus-Probleme?

  • Die gekoppelten Geräte werden in unregelmäßigen Abständen entkoppelt und gleich danach wieder angekoppelt.
  • Die gekoppelten Geräte werden nicht entkoppelt, aber die Kommunikation mit der Peripherie funktioniert nicht mehr (z.B. wird ein ankommendes Gespräch nicht durch Klingeln angezeigt, weder am Earphone, noch im KFZ. Bei Rückruf reagiert das Phone nicht. Abhilfe: Earphone aus- und wieder einschalten). Das Bluetooth-Symbol am Smartphone zeigt jedoch eine Kopplung an.
  • Die gekoppelten Geräte werden selbstständig entkoppelt und nicht mehr angekoppelt. Abhilfe: Aus- und wieder einschalten.

Alles in allem ein Grund, mich an Gigaset zu wenden. Ja, und dann ging es los…

Mitte Dezember 2018 begann ich einen Dialog mit der Fa. Gigaset.

Im Februar 2019 und etlichem Ärger wegen der Bluetooth-Probleme dann eine Überraschung: Die Fa. Gigaset schrieb mir, dass die beschriebenen Probleme möglicherweise an Android 8 liegen könnten, denn es gäbe im Internet mehr geschilderte Probleme mit der Kopplung!

Wow – und man lieferte mir sogar einen entsprechenden Link mit (https://www.androidpit.de/android-8-0-oreo-probleme-und-loesungen) ! Aus dem Link konnte ich ersehen, dass die ersten Bluetoothprobleme bereits 3 Tage nach Veröffentlichung von Android 8.0 (24. August 2017) beschrieben wurden…

Mit diesem Hinweis jedoch hatte man sich ein Eigentor geschossen, denn Sie müssen sich vorstellen:

Das Upgrade von Android 7 auf Android 8 fand statt Mitte Dezember 2018. Android 8 jedoch war herausgekommen am 21. August 2017 (8.0) bzw. am 06. Dezember 2017 (die von Gigaset aufgespielte 8.1-Version).

Nun kann sich jedermann seine eigenen Gedanken darüber machen, wie es kommen kann, dass eine angeblich vor dem Rollout gründlich getestete Software (Upgrade auf 8.1) etwas mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung Probleme macht, die seit der Erstveröffentlichung von 8 seit etwas mehr als 1 1/4 Jahren Fehler bekannt sind… Aber wenn es daran liegen könnte, würde ich dann den Kunden darauf stoßen? Denn bis zu der Mail dahin glaubte ich immer noch an ein Hardware-Problem des Smartphones…

Inzwischen hatten wir einigen Mailverkehr, der in dem folgenden Vorschlag von Gigaset gipfelte (Auszug):

Die Fachabteilung macht folgenden Vorschlag:

Wir lassen Ihnen ein GS370 mit Android 8 zukommen, Sie testen das Gerät ohne Apps zu installieren und überprüfen die Bluetooth Funktionen.

Anschließend lassen Sie uns Ihr aktuelles GS370 zukommen, mit allen vorhandenen Apps und Einstellungen, ohne persönliche Daten selbstverständlich, sodass die Kollegen die Fehleranalyse direkt am Gerät durchführen können.

War das Musik in meinen Ohren (ja gut, Augen…)? Aber sowas von…!

Ich antwortete schnell (Auszug):

für Ihre Mail und Ihren Vorschlag vielen Dank.

Grundsätzlich ist der Vorschlag akzeptabel. Gestatten Sie mir, Ihren Vorschlag ein wenig zu erweitern und ihn zudem zu präzisieren:

1) Sie senden mir ein GS370plus mit Android 8 zu.

2) Ich koppele zunächst meine bluetoothfähigen Geräte mit dem Neugerät (KFZ, drei Earphones etc.)

3) Ich prüfe für 7 Tage die Konnektivität, installiere jedoch keine weitere App und keine Daten auf und belasse das Gerät im Urzustand.

3a) Kommt es ebenfalls zu Verbindungsabbrüchen, sende ich Ihnen das Neugerät innerhalb der Probezeit von 7 Tagen (mit Werksreset) unaufgefordert als Paket zurück.
3b) Kommt es NICHT zu Verbindungsabbrüchen, instaliiere ich nach der Probezeit von 7 Tagen die Apps und übertrage meine Daten vom Alt- auf das Neugerät.

4) Ich prüfe weitere 7 Tage, ob sich die Verbindungsabbrüche im Neugerät nun ebenfalls einstellen.

4a) Falls nein, sende ich Ihnen das Altgerät – auf Werkszustand zurückgesetzt (wg. pers. Daten) – 7 Tage später als Paket zu. Dann können Sie prüfen.
4b) Falls ja, liegt es an irgendeiner Einstellung oder App. In dem Falle mache ich einen Werksreset (wg. pers. Daten) und sende Ihnen das Neugerät innerhalb der 7 Tage unaufgefordert als Paket zurück.

Sofern es Ihr Wunsch ist, halte ich Sie in den insgesamt bis zu 14 Tagen Prüfung auch gerne durch einen täglichen Bericht auf dem Laufenden (welche Einstellungen habe ich geändert? Was habe ich an Daten / Apps aufgespielt? Wie verhält sich das Neugerät bzgl. Konnektivität? usw.).

Ich weiß, dass Sie außer meinem Wort bezüglich der Rücksendungen nichts haben. Sollten Sie meinem Wort jedoch vertrauen und meinem Plan zustimmen können, so bitte ich um Übersendung eines GS370plus.

Dann wartete ich auf das „Go! “ bzw. auf das Prüf(Ersatz-)gerät von Gigaset.

Stattdessen erhielt ich eine Mail, die ich am allerwenigsten erwartet habe – man wollte auf einmal „meinen (!) Vorschlag“ sowie (Zitat) „den weiteren Ablauf ausschließlich telefonisch mit Ihnen klären.“ (fett und kursiv durch mich).

Nun ist es ja nicht so, dass ich nicht gerne telefoniere. Allerdings – gerade beim Umgang mit Firmen-Hotlines u. ä. – hat mich jahrelange Erfahrung gelehrt, dass sich nach einem Telefonat ergeben kann, dass

  • entweder etwas angeblich nicht gesagt wurde
  • oder etwas nicht so gesagt wurde oder
  • etwas eingeleitet wurde, was gar nicht besprochen war.
  • Selbst wenn ich ein Gespräch zu Beweissicherungszwecken aufnehme, so kann man so etwas jederzeit mittels Gratissoftware dahingehend verändern, dass es im Streitfalle nicht verwertbar ist. Das wissen auch Gerichte inzwischen.

Deshalb hatte ich bereits Wochen zuvor schon dem Support mitgeteilt, dass ich einem Telefonat aus v.g. Gründen nicht zustimmen werde. Ergo weckte der ausschließliche Wunsch nach einem Telefongespräch sofort meinen Argwohn. Deshalb schrieb ich zurück (Auszug):

Offensichtlich war meine detaillierte Ausarbeitung des durch Sie selbst vorgeschlagenen Ablaufes nicht verständlich oder zuviel.

Ich denke, ich bin dem Hause „Gigaset“ weit genug entgegengekommen und habe mich sogar zur täglichen detaillierten Berichterstattung etc. angeboten. in maximal 14 Tagen hätte alles Notwendige beprobt sein können.

Wie Ihnen bekannt ist, wird es kein Telefonat geben. Diese Entscheidung habe ich bereits ausführlich begründet.

Ihr Wunsch, ausschließlich telefonisch kommunizieren zu wollen, weckt meinen in der Vergangenheit beschrieben Argwohn gegen diese Art des Vorgehens erneut, denn ein einfaches „Ja, so machen wir es!“ oder „Nein, wollen wir nicht!“ hätte genügt.

Ich könnte fast auf die Idee kommen, dass Gigaset den Schriftwechsel endgültig beenden möchte, da bekannt ist, dass ich einem Telefonat niemals zustimmen werde. Wenn es stimmt, hätte Ihr Arbeitgeber das einfacher haben können.

In meinem Onlineblog hat dann das Unternehmen „Gigaset“ selbstverständlich die Möglichkeit, jederzeit Kommentare zu den beschrieben Fakten abzugeben. Wenn nicht, dann nicht.

Ich wünsche dem Hause „Gigaset“ viel Glück.

Gleichzeitig bedankte ich mich bei der Mitarbeiterin des Supports, die stets höflich und zuvorkommend war. Ich habe bis heute das Gefühl, dass sie sich gewissermaßen „zwischen den Stühlen sitzend“ befand.

Dass ich als Testgerät zudem nur ein deutlich leistungsschwächeres GS370 erhalten sollte, war zusätzlich so eine Sache…

Aber zurück zum Bluetooth-Problem. Sie denken, selbiges wäre nur das Problem eines Einzelnen?

Dann schauen Sie einmal hier:

amazon.de-Bewertungen (etwas herunterscrollen bis zu den Ein-Stern-Bewertungen)

oder auch gern hier:

notebooksbilliger.de Testbewertung: „relativ kurze Akkulaufzeit, etwas instabiles Bluetooth“

Um jedoch dann allem die Krone aufzusetzen, muss ich zum Schluss noch neben der Upgrade- auch über die Sicherheitsupdatepolitik schreiben.

2.) Das Sicherheitsupdateproblem

Das letzte Sicherheitsupdate stammt vom 05. November 2018. Dazu muss man wissen, dass der Hersteller der Grundversion des Betriebssystems Google Sicherheitsupdates monatlich herausgibt!

Das Verhalten der Fa. Gigaset diesbezüglich ist inakzeptabel und birgt ein hohes Sicherheitsrisiko. Sogar in derem eigenen Blog wird nachgefragt: https://www.gigaset.com/de_de/gigaset-gs370/ => herunterscrollen, dann „Bewertung“ anklicken und den Beitrag „Sicherheitsupdates fehlen, bitte dringend nachliefern.“ sowie unbedingt die dazugehörige Antwort lesen. Bitte achten Sie dabei auf das Datum der Frage und dann schauen Sie auf den heutigen Kalendertag…

Bei Interesse zur Updatepolitik habe ich hier noch einen Link, der sich auf die Stiftung Warentest beruft: Diese Smartphone-Hersteller liefern laut Stiftung Warentest die meisten Software-Updates. Schauen Sie einmal, wo Gigaset steht…

3.) Fazit

Technisch gesehen ist das Gigaset GS370plus – bis auf die Kamera – einfach ein super Gerät.

Wegen der Upgrade- und Update-Politik jedoch sowie wegen der Bluetooth-Probleme, die offenbar nicht alleine nur mich betreffen, werde ich mich zukünftig lieber wieder nach einem Smartphone ausländischer Hersteller umsehen.

Jedenfalls habe ich bisher bei sich bietenden Gelegenheiten vom Erwerb dieses Gerätes abgeraten.





Ein Kommentar bei Gigaset GS370plus

  1. Klaus Düdder sagt:

    17.07.2019 – grade ganz aktuell auf der offiziellen Homepage gefunden für das Spitzengerät(!) von gigaset:

    […]
    es freut uns, dass Sie so zufrieden sind mit Ihrem Gigaset GS370.
    Der TLS 1.3 Standard wird unseres Wissens nach erst ab Android 10 (Android Q) unterstützt.
    Für Ihr Modell wir es kein Update auf ein höheres Betriebssystem wie Android 8.1. mehr geben.
    Wir bedauere Ihnen keinen andere Information geben zu können.
    Viele Grüße Ihr Gigaset Team

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