Kabel Deutschland (1) = Versuchter Betrug?

Von: am: 02.12.2015

Vor einigen Wochen entschied ich mich – in baldiger Ermangelung des DVB-T-Fernsehstandards – einen Kabelanschluss von Kabel Deutschland (= KD) zu beantragen.

Mit dem TV sollte auch der Internet- als auch der Telefonanschluss kombiniert werden. Alles kein Problem, da ich bis dato Vodafone-Kunde war (seit – geschätzt – 1992. Als das erste Nokia 1011 herauskam) und Kabel Deutschland von Vodafone übernommen worden war. Mit Vodafone war ich bis auf wirkliche Kleinigkeiten in all den Jahren sehr zufrieden.

Also rief ich den in unserem häuslichen Aushangkasten genannten Kundendienstberater (= KD-Berater) an, bat um einen Besuch und schloss entsprechende Verträge ab, welche meine Wünsche beinhaltete.

So weit, so gut.

Interessanterweise erhielt ich auf unterschiedlichen Wegen insgesamt drei Auftragsbestätigungen, nämlich

1.) am 15.09.2015 bezüglich Telefon und Internet, per Brief

2.) am 16.09.2015 bezüglich TV per Brief

3.) am 16.09.2015 bezüglich TV im Paket mit dem HD-Receiver

Und nun begann das Problem.

In 1) tauchte auf: „Sicherheitspaket 2er-Lizenz: Preis 1.-2. Monat nur 0 €, 4 Wochen Kündigungsfrist.“ Dies hatte ich nicht bestellt.

In 2) war der einzigste genannte Punkt in Ordnung.

In 3) wurde aufgeführt: „TV Vielfalt HD Kabel monatlich, 2 Gratismonate. Wenn Sie das Abonnement nicht innerhalb von 4 Wochen vor Ablauf der zwei Monate schriftlich kündigen verlängert sich das Abonnement um 10 Monate. […]“ Dies hatte ich nicht bestellt.

Ferner stand in Auftragsgestätigung 3) nichts mehr davon drin, dass die „6,99 € / Monat für TV Komfort HD Kabel“ für Dauer zu sehen sind: Jetzt angeblich gilt das Angebot nur für 24 Monate (hierzu später mehr). Danach habe ich 9,99 € zu zahlen. So war es weder besprochen noch bestellt.

Es ist eine Frechheit und Dreistigkeit, in eine Auftragsbestätigung etwas einzufügen bzw. den schriftlichen Antrag soweit zu ignorieren, dass der Kunde aktiv etwas abbestellen  muss was er gar nicht bestellt hat.

Meiner Meinung nach ist dies ein Betrugsversuch, denn würde ich die Auftragsbestätigung nicht aufmerksam lesen (und viele Menschen machen dies nicht oder verstehen es schlicht nicht), wäre ich in den Mehrkosten gefangen.

Gut, dass ich die Anträge hatte. So konnte ich sofort dagegen vorgehen, indem ich (zunächst) Mails schrieb. Allerdings sandte ich im Nachgang alles nochmals per Brief (Einschreiben mit Rückschein!).

In den darauffolgenden Antwortschreiben ging man gar nicht auf den Vorwurf des Betrugsversuches ein, aber immerhin wurden die nicht beantragten Leistungen storniert.

Zu dem Punkt „6,99 € statt 9,99 €“ allerdings erhielt ich eine Nachricht mit dem Inhalt, dass ich doch nachlesen könne, dass die Mindestvertragslaufzeit 24 Monate betragen würde.

Nun frage ich mich, wass das zu sagen hat, denn wenn der Vertrag nach den 24 Monaten weitergeführt wird, muss der vereinbarte Preis immer noch 6,99 € und nicht 9,99 € betragen. Ich meine: Die Aussage ist barer Unsinn.

Um eines klarzustellen: Es geht mir nicht um die 3 € mehr ab dem 25. Monat. Es geht mir um die Art und Weise, wie man versucht, den Kunden übers Ohr zu hauen.

Übrigens:

Nach kurzem Mailkontakt mit dem KD-Berater stellte ich fest, dass dieser trotz gegenteiliger Beteuerungen bei Vertragsabschluss nicht nur meine Probleme nur unzureichend und nicht erschöpfend bearbeitete, sondern sogar auf einmal der KD-Meinung ist, dass doch alles in Ordnung sei… auch das mit den 9,99 €.

Allerdings konnte auf meine explizite Bitte, mir doch mitzuteilen, wo im Antrag irgendetwas zu einem zeitlichen Limit stehen würde, weder KD noch der KD-Berater eine Auskunft geben.

Sofern Sie, liebe/r Leser/in, mehr zu Kabel Deutschland und den Machenschaften lesen wollen, nutzen Sie eine große Suchmaschine und suchen nach Kabel Deutschland Betrug, oder Sie klicken einfach hier .

Noch eines: In der Zusage, „TV Vielfalt HD Kabel monatlich, 2 Gratismonate“ wäre storniert, stand drin, ich hätte doch sicher Geräte erhalten, die ich doch bitte zurücksenden möge.

Nun – erstens habe ich keine Ahnung, was in diesem Sinne „Geräte“ sein sollen, und sofern es sich um den Receiver handeln sollte, benötige ich diesen doch für den (gebuchten) Tarif „TV Komfort HD Kabel“, oder nicht? Sonst kann ich doch nichts empfangen… ich teilte also in einem meiner Briefe genau das mit und schrieb, dass ich der Aufforderung zur Rücksendung nicht nachkommen werde.

KD hat jedenfalls die Möglichkeit, Klage gegen mich einzureichen. Wir werden dann ggf. sehen, was die Herrschaften in den schwarzen Roben wohl zu solch betrügerischem Vorgehen sagen werden. Vor allem, da ich offenbar nicht allein Betroffener bin. Und: Es ist alles genau belegbar.

Update 28.10.2015:

Heute erhielt ich einen Brief von Vodafone Kabel Deutschland, in welchem mir mitgeteilt wurde, dass ich gnädigerweise den Receiver behalten darf, da ich ihn ja zum Empfang der Programme des „TV Komfort HD Kabel“ benötige…

…allerdings führte dieser Brief zu einem Rückbrief meinerseits, den ich hier wortgetreu zitiere:

Sehr geehrtes unbekanntes, namenloses HerrFrau-Team,

[…]

Soweit wären die meisten Punkte zunächst zu meiner Zufriedenheit erledigt. Bis auf Weiteres will ich Abstand von einer rechtlichen Prüfung Ihres Handelns nehmen, sofern der letzte Punkt noch geklärt werden kann. Hier liegt die Bringschuld bei Ihnen.

Nach wie vor ist ungeklärt, weshalb mein Vertrag „TV Komfort HD Kabel“ statt der vereinbarten 6,90 € ab dem 25. Monat 9,90 € kosten soll.

Teilen Sie mir bitte unverzüglich die rechtliche Basis für die von Ihnen (Brief 07.10.2015) sowie von Ihrem KD-Berater Hr. Gxxxxx (Mail vom 05.10.2015) gemachte Aussage, dass Ihr Vorgehen korrekt sei, mit.

Des Weiteren informieren Sie mich, wo in dem mir vorliegenden schriftlichen Antrag darauf hingewiesen wird. Dazu habe ich bisher – trotz mehrfacher Anfrage – keine Antwort erhalten.

Zudem klären Sie mich bitte auf, was die in Ihrem Schreiben vom 07.10.2015 genannte Mindestvertragslaufzeit mit der Gebührenerhöhung ab dem 25. Monat zu tun hat.

Meiner Meinung nach müssen Sie, da hier der abgeschlossene Vertrag einseitig geändert wird, dies rechtzeitig ankündigen. Es ist dabei zu prüfen, ob dann sogar ein Sonderkündigungsrecht besteht.

Ansonsten läuft m.M.n. der abgeschlossene Vertrag laut Auftrag automatisch für weitere 12 Monate wie abgeschlossen weiter, und zwar für 6,90 €, sofern Sie kein Gebührenerhöhungsverlangen äußern.

Ignorieren hilft Ihnen nichts, da ich auf einer Antwort bestehe. In Erwartung Ihrer erschöpfenden Auskünfte verbleibe ich

mit freundlichem Gruß

Am 20.11.2015 erhielt ich ohne weiteres Anschreiben grußlos eine Kopie der (bei mir vorhandenen) Auftragsbestätigung (vom 15.09.2015).

Diese Antwort habe ich zwar erwartet, aber sie ist und war nutzlos.

Deshalb sandte ich wiederum einen Brief (und wie gehabt per Einschreiben mit Rückschein) mit dem folgenden Inhalt:

Sehr geehrtes namenloses Team,

mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 habe ich Sie aufgefordert, mir mitzuteilen, auf welcher vertraglich zwischen uns abgeschlossenen Basis eine Erhöhung der monatlichen Kosten für den Tarif „TV Komfort HD Kabel“ ab dem 25. Monat gerechtfertigt ist.

Diesen Nachweis haben Sie bisher nicht erbracht.

Deshalb setze ich Ihnen hiermit eine Frist bis zum

14. Dezember 2015 (Datum des Poststempels)

um den Nachweis zu erbringen, dass ich bei Vertragsabschluss mit Ihrem Berater dieses hätte wissen können, insbesondere wo im uns vorliegenden Antrag darauf hingewiesen wird und ich dies unterzeichnet habe.

Weitere Schritte, insbesondere die Rücknahme der Erlaubnis zur Abbuchung von Lastschriften zu Ihren Lasten ab dem 25. Monat sowie das Einleiten rechtlicher Schritte behalte ich mir ausdrücklich vor.

Mit freundlichem Gruß

Heute, am 02. Dezember 2015, kam bereits Rückpost:

Sehr geehrter Herr Düdder,

im Unterpunkt Ihr Auftrag der Vertragsbestätigung ist klar deklariert, dass der TV Komfort HD Kabel 9,99 Euro im Monat kostet.

Sie erhalten für die Ersten (sic) 24 Monate eine Rabattierung auf diesen Preis.

Ab dem 25 (sic) Monat fällt die Vertraglich (sic) festgelegt (sic) Rabattierung weg und die Normal Kondition (sic) wird berechnet.

Freundliche Grüße

Ihr Vodafone Team

Eine Beantwortung meiner konkreten Frage wird wie gehabt umgangen.

Dieses Vorgehen deckt sich jedoch mit dem Versuch, mir Dinge aufs Auge zu drücken, welche ich nicht wollte – aber hätte bezahlen müssen, hätte ich den Versuch, mich über den Tisch ziehen zu wollen, nicht bemerkt.

Nun, dieses leidige Thema ist noch nicht beendet.

Wie nur werden andere Betroffene damit fertig? Zahlen die einfach?


Erstellt: 17. Oktober 2015

Aktualisiert: 28. Oktober 2015

Aktualisiert 02. Dezember 2015





2 Comments to Kabel Deutschland (1) = Versuchter Betrug?

  1. Peter Freudig sagt:

    Man kann wohl ohne weiteres von Betrug bei KD sprechen. Auch mir hat man zugesichert, dass ich telefonisch Vodafone HD Premium Cable direkt jetzt beim Mitarbeiter innerhalb der 2 Gratismonate kündigen könne. Er würde die Kündigung sofort für mich fertig machen. Das ist nicht passiert.

  2. MickeyB sagt:

    Kundenservice à la KabelDeutschland
    Mitte Dezember 2015 habe ich meine Internet-Bandbreite von 30 MBit auf 100 MBit „upgegraded“. Da ich verschiedene Streaming-Dienste, wie Netflix, Amazon und die Mediatheken der Fernsehsender nutze, dachte ich, dass dem HD-Genuss nun nichts mehr im Wege steht.
    Weit gefehlt! Seit Anfang Januar waren Pixelgrafik und minütliche Sendepausen zum Nachladen mehr Regel denn Ausnahme. Die Speedtests von der KD-Homepage offenbarten dann auch Übertragungsraten von max. 15 MBit bis runter zu 3 MBit in den abendlichen Stoßzeiten.
    Nach einer telefonischen Störungsmeldung bei der KD-Hotline bekam ich wenige Minuten später eine SMS, dass es sich um eine „zentrale Netzstörung“ handle, an der bereits gearbeitet werde.
    „Zentrale Netzstörung“ seit drei Wochen?
    Das konnte ich nicht glauben und habe daher am nächsten Tag (23.Jan.2016) nochmals angerufen. Der Bearbeiter bestätigte aber den Befund. Ich solle mich gedulden. Auf meine Nachfrage, wann ich denn mit der Behebung rechnen kann, überraschte er mich mit der lapidaren Aussage “ wahscheinlich gegen Ende März“.
    Dafür zahle ich doch nicht monatlich einen Aufpreis und die Gebühren für die Streaming-Dienste, die ich nicht nutzen kann! Als ich nach der Kontaktadresse der KD-Beschwerdestelle fragte, fiel ich endgültig vom Glauben ab: Es gäbe weder eine Kontakt-EMail-Adresse, noch eine Telefonnummer. Einzige Möglichkeit wäre, einen Brief zu schreiben!
    Das ist kein Kundenservice, das ist eine ausgemachte Schweinerei !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um Spam auszuschließen bitte beantworten: * Das Zeitlimit ist abgelaufen. Bitte CAPTCHA neu laden.