Das wars, SPD…

Gepostet von: | Gepostet am: Dienstag, 17. Dezember 2013

Es ist soweit. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat ihre Mitglieder entscheiden lassen:

Große Koalition ja oder nein?

Das Ergebnis war absehbar. Ob die Abstimmenden wissen und verstanden haben, was in dem Koalitionsvertrag steht?
Wie dem auch sei – alleine Gabriels Androhung, daß die SPD bei einer Neuwahl unter 20% der Stimmen erhalten würde, genügte, die Mitglieder aufzuschrecken. Einen Beleg für diese Behauptung Gabriels gibt es natürlich nicht, liebe Genossen.

Jetzt aber möchte ich – wie Gabriel – auch eine These aufstellen. Ich behaupte, daß die SPD aufgrund ihres jetzigen Verhaltens bei der nächsten Bundestagswahl unter 20% liegen wird, was sie sicher nicht getan hätte, hätte sie zu ihrem Wort gestanden, wenn es Neuwahlen gegeben hätte. Manchmal honorieren Bürger Ehrlichkeit und Standfestigkeit!
Ich behaupte ferner, daß ein Teil derjenigen, welche der SPD 2013 zwar ihre Stimmen gaben, jedoch keine Mitglieder sind, mit der GroKo nichts zu tun haben wollten. Das sind so seltsame Menschen wie ich.

Hier einmal ein paar Zahlen (Angaben zur Bundestagswahl laut Veröffentlichung des Bundeswahlleiters).

Die Wahlbeteiligung lag 2013 bei rund 71,5%. Wenn wir von rund 62 Mio. Wahlberechtigten ausgehen bedeutet das, daß rund 44,33 Mio. Menschen zur Wahlurne strebten.

Von diesen 44,33 Mio. Wahlberechtigten gaben der SPD 25,7% ihre Stimme. Dies entspricht in absoluten Zahlen 11,4 Mio. Wähler.

Über den Wunsch dieser 11,4 Mio. Wähler sollten nun rund 473.950 Mitglieder der SPD abstimmen. 369.680 Mitglieder haben sich beteiligt. 75,96 Prozent der gültigen Stimmen waren Ja-Stimmen. Wenn man jetzt eine konkrete Zahl sucht, muß ich Sie leider enttäuschen – es steht nämlich auf der SPD-Seite nicht, wieviele Stimmen (un)gültig waren (siehe auch „Ein Fest der innerparteilichen Demokratie“).
(Pers. Anmerkung: Ich hoffe, daß die klugen Stimmzettel-Ungültigwähler den erheblich komplizierteren Stimmzettel zur Bundestagswahl überhaupt verstanden haben…)

So kann ich also nur spekulieren und gehe von rund 350.000 gültigen Stimmen aus. 3/4 von rund 350.000 Mitgliedern könnten für die GroKo gestimmt haben, dies wären dann rund 262.500 Ja-Stimmen. Und diese sprechen nun für die weiter oben genannten 11,4 Mio. Wählerstimmen.

Für mich ist die Quintessenz: Ich habe mich geärgert, der SPD meine Stimme gegeben zu haben. Ich wollte die Große Koalition nicht (siehe auch meinen Beitrag Gestern versprochen – heute gebrochen!). Ich glaube, ich stehe mit meinem Wunsche nicht alleine da.

Für mich steht ebenso fest: Die SPD erhält von mir keine Stimme mehr. Wenn ich schon belogen werde, möchte ich noch den ehrlichsten der Lügner nehmen. Jedenfalls keinen Wendehals.

Und das war es nun von meiner Seite zu diesem Thema.





Kommentarfunktion ist geschlossen!